Risiken und mögliche Komplikationen
Trotz aller Sorgfalt bei der Planung und Durchführung der Narkose und bei der Überwachung der lebenswichtigen Körperfunktionen lassen sich Risiken und Komplikationen nicht völlig ausschließen. Das gilt auch für die seltenen Fälle von Wachzuständen und die noch selteneren Fälle von Schmerzempfindungen während einer Narkose.
Stärkere Blutungen und Blutergüsse als Folge von Einspritzungen sowie Infektionen im Bereich der Einstichstelle oder eines Katheters (z.B. Spritzenabszess, Absterben von Gewebe, Venenreizungen/-entzündungen) und Gefäßverletzungen, die einer Behandlung bedürfen, sowie vorübergehende oder bleibende leichtere Nervenschäden (z.B. Missempfindungen, Berührungsempfindlichkeit, Taubheitsgefühl, Bewegungsstörungen, Schmerzen) sind selten. Infektionen, die zu einer lebensgefährlichen Blutvergiftung (Sepsis) führen, und chronische Schmerzen oder bleibende Lähmungen nach Nervenverletzung, Blutergüssen oder Entzündungen sind sehr selten.
Haut- und Gewebeschäden durch die Lagerung auf dem Operationstisch sowie Nervenschäden und Lähmungen an Armen/Beinen durch Druck, Zerrung oder Überstreckung während der Anästhesie lassen sich nicht absolut sicher ausschließen; sie bilden sich meist innerhalb weniger Monate zurück, können sehr selten aber auch von Dauer sein.
Allergische Reaktionen und Überempfindlichkeiten können u.a. durch Betäubungs-, Schmerz-, Kontrast-, Desinfektionsmittel, Antibiotika oder Latex ausgelöst werden sowie durch Vorerkrankungen oder eine Veranlagung, nach denen wir in der Anamnese fragen. Mögliche Reaktionen reichen von vorübergehenden leichten Beschwerden (z.B. Juckreiz, Hautausschlag, Übelkeit) über Atem- und Kreislaufprobleme, die sich i.d.R. gut behandeln lassen, bis hin zum sehr seltenen lebensbedrohlichen allergischen Schock mit Herz-, Kreislauf-, Atem- und Organversagen, der eine intensivmedizinische Behandlung erfordert.
Übelkeit und Erbrechen sind seltener geworden. Lebensbedrohende Zwischenfälle durch das Einfließen von Speichel oder Mageninhalt in die Lunge (Aspiration), die eine intensivmedizinische Überwachung/Behandlung erfordern, sind sehr selten. Selten kommt es zu einem krampfartigen Verschluss der Luftwege (Laryngo-/Bronchospasmus), der sich jedoch mit Medikamenten beherrschen lässt. Äußerst selten steigt die Körpertemperatur infolge einer massiven, lebensbedrohlichen Stoffwechselentgleisung extrem an (maligne Hyperthermie). Eine sofortige medikamentöse und intensivmedizinische Behandlung ist dann erforderlich.
Andere lebensbedrohende Komplikationen, z.B. Herz-, Kreislauf- bzw. Atemstillstand, Organschäden, Bildung von Blutgerinnseln (Thrombose), die u.U. über den Blutstrom verschleppt werden und ein Blutgefäß verschließen (Embolie, z.B. lebensgefährliche Lungenembolie, Schlaganfall) sind bei allen Betäubungsverfahren sehr selten, selbst bei Patienten in hohem Lebensalter, schlechtem Allgemeinzustand und mit Begleiterkrankungen.
Bei alten Menschen können die Trennung von ihrer gewohnten Umgebung sowie die Belastung durch Operation und Narkose zu – meist vorübergehender – Verwirrtheit führen.
Die Intubation/Anwendung der Kehlkopfmaske kann vorübergehend Schluckbeschwerden und Heiserkeit verursachen. Sehr selten sind Verletzungen von Rachen, Kiefer, Kehlkopf und Luftröhre sowie Stimmbandschäden mit bleibenden Stimmstörungen (Heiserkeit) und Atemnot. Es kann zu Schäden, v.a. an lockeren oder kariösen Zähnen, an Implantaten und fest sitzendem Zahnersatz (z.B. Kronen, Brücken, Prothese) und zum Zahnverlust kommen.
Auch vorbereitende, begleitende oder nachfolgende Maßnahmen (z.B. zur Überwachung und Aufrechterhaltung lebenswichtiger Körperfunktionen, die Gabe von Medikamenten) sind nicht frei von Risiken. Trotz aller Sorgfalt, mit der Fremdblutkonserven, Plasmaderivate und andere Blutprodukte hergestellt werden, lassen sich bei ihrer Übertragung/Anwendung Risiken nicht sicher ausschließen, insbesondere Infektionen, z.B. sehr selten mit Hepatitis-Viren (Leberentzündung) und extrem selten mit HIV (AIDS) sowie evtl. auch mit Erregern von BSE bzw. der neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung oder mit bisher unbekannten Erregern. In bestimmten Fällen kann deshalb eine Nachuntersuchung zum Ausschluss übertragener Infektionen empfehlenswert sein. Ob und wann dies der Fall ist, besprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt. Eine Rückübertragung des Blutes, das der Patient bei der Operation verliert, und/oder eine Eigenblutspende vor der Operation können diese Risiken vermeiden, eignen sich aber nur für einen Teil der Patienten und nur für bestimmte Operationen.
Bitte bedenken Sie: Wir führen hier auch sehr seltene Risiken und Komplikationen auf. Insgesamt gesehen ereignet sich bei zehntausenden Anästhesien nur ein folgenschwerer Anästhesiezwischenfall.
Bitte zu Ihrer eigenen Sicherheit unbedingt beachten! – Sofern ärztlich nicht anders angeordnet!
Vor der Anästhesie:
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Bis zu 6 Stunden vor der Anästhesie dürfen Sie noch eine kleine Mahlzeit (z.B. eine Scheibe Weißbrot mit Marmelade, ein Glas Milch) zu sich nehmen. Dann dürfen Sie nichts mehr essen (auch kein Bonbon, Kaugummi o.Ä.) und nicht mehr rauchen!
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6 bis 2 Stunden vor der Anästhesie dürfen Sie nur noch 1–2 Gläser/Tassen klare Flüssigkeit ohne Fett und ohne feste Bestandteile (z.B. Mineralwasser, Tee) trinken, aber keine Milch und keinen Alkohol!
Sagen Sie es uns, wenn Sie entgegen diesen Anweisungen doch etwas gegessen oder getrunken haben!
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Fragen Sie uns, welche Medikamente eingenommen werden dürfen bzw. abgesetzt werden müssen. Bis kurz vor dem Eingriff können benötigte Medikamente mit einem Schluck Wasser eingenommen werden.
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Kontaktlinsen, herausnehmbaren Zahnersatz, Ringe, Schmuck (auch Piercing-Schmuck!), künstliche Haarteile ablegen und sicher aufbewahren. Keine Gesichtscreme und Kosmetika (Make-up, Nagellack, etc.) verwenden!
Als Prämedikation wird oft am Vorabend und/oder kurz vor dem Eingriff ein Beruhigungsmittel gegeben.
Nach dem Eingriff:
Die lebenswichtigen Körperfunktionen werden – i.d.R. im Aufwachraum – lückenlos überwacht. Gegebenenfalls kann eine Aufnahme auf die Intensivstation notwendig sein. Zum Schutz vor Verletzungen kann eine Einschränkung der Bewegungsfreiheit (z.B. durch Bettgitter) nach der Prämedikation bzw. nach dem Eingriff bis zum Abklingen der Anästhesie erforderlich werden.
Verständigen Sie sofort die Ärzte, wenn Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Schüttelfrost, erschwerte Atmung, Schmerzen in der Brust, Anzeichen von Lähmungen sowie Halsschmerzen, Heiserkeit oder Sprechstörungen auftreten.
Nach einem ambulanten Eingriff müssen Sie sich von einer erwachsenen Person abholen und in den ersten 24 Stunden bzw. für die vom Arzt angegebene Zeit betreuen lassen. Wegen der Medikamentennachwirkungen dürfen Sie, falls der Arzt nichts anderes anordnet, in den ersten 24 Stunden nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen, keine gefährlichen Tätigkeiten ausüben, keinen Alkohol trinken, nicht rauchen und sollten keine wichtigen Entscheidungen treffen.